2012 in review

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 3.700 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 6 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Kategorien:Uncategorized

d(13) informiert 6,5 Stunden vor dem Ende…

September 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

„After 100 days open to the public the total number of visitors in Kassel was 860,000, amounting to 110,000 additional visitors or a 14% increase from the previous edition of documenta in 2007.

An additional 27,000 people visited the dOCUMENTA (13) exhibition held in Kabul from June 20 to July 19, 2012, bringing the total number of visitors to 887,000. […]

Almost one-third of documenta’s audience is now under 29 years of age […]

Furthermore, the total number of visitors includes a 112% increase in the sale of 100-day passes (from 5,900 in 2007 to 12,500), suggesting, as Artistic Director Carolyn Christov-Bakargiev states, „dOCUMENTA (13) has not been experienced by visitors only as a one-time day-ticket destination, but rather as a form of living culture that belongs to people’s lives thanks to repeated visits that break the sense of time’s compression, releasing time and experience through art.“

Note to media:
the above visitation figures are for paid attendance only and do not include accredited media and people who attended the opening professional preview days. 12,500 media were accredited over the 100 days. 5,300 professionals were also accredited for the preview held on June 7 and 8, 2012.“

Einige spätere Entdeckungen neben den Hotspots…

September 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

…Walid Raad, auf der documenta 11 2002 mit seinem Projekt The Atlas Group vertreten, in der unteren Karlssstr. 14 mit dem Werkkomplex An Dingen kratzen, die ich leugnen könnten, Eine Geschichte der Kunst in der arabischen Welt, bestehend aus 6 Einzelarbeiten:

Tazita Dean mit großformatigen Schieferzeichnungen von Bergketten um Kabul in Afghanistan im ehemaligen Finanzamt (Spohrstr. 7):

…Allora & Clzadillas Videoprojektion Raptor’s Rapture von 2012 im Bunker im Weinberg. In dem Film geht es um eine eine Flöte aus dem Speicherknochen des Flügels des Gänsegeiers geschnitzt, 35.000 Jahre alt, auf der Bernadette Käfer, Flötistin prähistorischer Instrumente versucht, zu spielen:

…und zu guter Letzt Judith Hopfs Bambus Forest, bestehend aus Glas und Papier im mittelalterlichen Kloster Breitenau nahe Kassel, in dem zunächst Prostituierte und Landstreicher, später dann NS-Regimegegner und Juden und nach dem Krieg schwererziehbare Mädchen eingesperrt wurden. Alle Künstler der d(13) traten als erstes eine Reise nach Breitenau an, heute eine psychiatrische Klinik:

…streng bewacht vom Personal, mit Sonderöffnungzeiten, so dass mit den untersuchten orts- und zeitspezifischen Ein- und Ausschlusstechniken auch am Kunstwerk operiert wird:

Kategorien:Allgemein, Inhaltliches

Nachtrag nach 90 Tagen d(13)

September 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

…zuallererst: Die pink fluoriszierende Pfote der d(13)-Ikone aus Pierre Huyghe, Untilled, 2012 musste nachgefärbt werden:

Die occupy-Vertreter aus Frankfurt, die am Eröffnungswochenende auf dem Friedrichsplatz ihr Zelt aufschlugen, haben unter dem Label docuppy Unterstuetzung bekommen: Am 8.9.2012 noch zahlreich vertreten, verliessen sie in der Nacht vom 9. auf den 10.9.2012 den Friedrichsplatz und zwar nach einer internen Abstimmung schon eine Woche vor dOCUMENTA-Ende:

…außerdem: Anstehen, vor den Institutionen, vor den Einzelräumen oder Kabinetten, vor den WCs, vor den Garderobencontainern, vor den Buchshops…

…Lori Waxman scheint sich in ihrer Arbeit Performing 60wrd/min art critic vornehmlich auf Malerei konzentriert haben zu müssen:

…die Anger-Workshops von Stuart Ringholt in der Neuen Galerie waren offenbar gut besucht:

…und die Performer von Tino Sehgal sind noch immer 5 Stunden taeglich dabei, uebrigens im Vergleich zur Tate mit guter Bezahlung…

Kategorien:Allgemein, Inhaltliches

d(13)-Künstler auf dem Kunstmarkt…

September 16, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

…beobachtet von Tobias Timm auf der Art Basel 2012, http://www.zeit.de/2012/26/Kunstmarkt: „Es sind nicht nur einzelne, sondern Dutzende Künstler, die in Kassel gezeigt werden und in Basel zu kaufen waren.“: Mario Garcia Torres, Alighiero Boetti, Giuseppe Penone, Giorgio Morandi, Salvador Dalí, Ryan Gander…

Zusatz: Auch auf der abc contemporary 2012 in Berlin wurden Arbeiten von Theaster Gates und Clemens von Wedemeyer zum Verkauf angeboten.

Kategorien:Allgemein

Is dOCUMENTA (13) post-human?

September 13, 2012 1 Kommentar

Drei Perspektiven hierzu von Quinn Latimer http://www.art-agenda.com/reviews/documenta-13-2/, Filipa Ramos http://www.art-agenda.com/reviews/documenta-13/ und Ana Teixeira Pinto http://www.art-agenda.com/reviews/documenta-13-3/:

…an „ambitious world of worlds“ (Ramos),

…“engaged with the world that we (joyfully, sorrowfully, weirdly) inhabit“ (Latimer)

…or rich in animal, vegetal, and other worldly influences (Teixeira Pinto), a breed of „urban wildlife“ […] „a species neither wild nor domestic and created by the peculiar ecology of the refuse of civilization, an animal that burrows in sewers and scavenges leftovers.“

 

Kategorien:Allgemein, Presse

Ambulante Kunstkritik als Performance von Lori Waxman…

September 13, 2012 1 Kommentar

…kommentiert von Christian Saehrendt in der NZZ am 27.8.2012: http://mobile.nzz.ch/aktuell/startseite/kunst-kommt-von-kritisieren-1.17520405

„Während es für etablierte oder aufstrebende Kunstprofis ein Traumziel ist, für wichtige Biennalen oder die Documenta nominiert zu werden, sehnen sich die Hobby- und Provinzkünstler in Kassel, Kansas oder Texas nach der simplen Beglaubigung: «Ja, es ist Kunst, was du da machst!»“

Kategorien:Allgemein, Presse

Die documenta als Möglichkeitsraum…

September 13, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

…zur Entwicklung von Ideen, zur Recherche, zum Denken mit und durch unsere Zeit, Einfluss zu haben, der Findigkeit von Themen, Sprache und Logik, des Verstehens, der Bereitschaft und Wendigkeit  –  statt eines lediglichen Zeigens…,

…Kunst als Anfang des Denkens, als Möglichkeit des Konnektierens von Ideen…,

…denn Theorie existiert nicht ausserhalb des Sensorium, wir fühlen, um zu denken…,

 

sagt dOCUMENTA (13)-Kuratorin Chuz Martinez im dradio am 24.6.2012:

http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=277851&datum=20120624&playtime=1340550302&fileid=438b6b6c&sendung=277851&beitrag=1793258&/

Die blinden Flecke ausgeblendet…

September 13, 2012 Hinterlasse einen Kommentar

[…] „Würde jede Grossausstellung ihrem Publikum vorrangig Künstler vorstellen, von denen die meisten Besucher noch nie etwas gehört oder gesehen hätten – und das wäre angesichts der Kunst, die heute produziert wird, problemlos zu schaffen –, dann würde das nicht nur unsere Wahrnehmung völlig überfordern, es würde uns auch mit dem Gedanken belasten, dass wir nie im Leben einen Begriff dieser Welt bekommen können, dass sie sich uns immer und vielleicht sogar mit jedem Tag mehr entzieht.“ […]

„Um erfolgreich zu sein, müssen Documenta und Co. also die Fiktion einer kohärenten, mit dem Medium Ausstellung in ihrer Essenz darstellbaren Welt oder wenigstens Kunstwelt generieren. Das lässt sich teilweise mithilfe theoretischer Diskurse zur Ausstellung leisten […]“. […]

„Es gibt einen Kanon, der ziemlich genau festlegt, was das Filet der Weltkunst ist. Dieser Kanon wird von Kuratoren, Museumsleuten usw. bestimmt – in enger Zusammenarbeit mit professionellen Galerien, denn irgendjemand muss die Sache ja finanzieren, und gerade Arbeiten für Grossausstellungen sind oft nicht ganz billig […]. […]

„Das System funktioniert ziemlich gut – auch ökonomisch, hat die Kunstwelt doch die Krisen der letzten Jahre weitgehend unversehrt überstanden[…].“ […]

…meint Samuel Herzog in der NZZ am 24.8.2012: http://mobile.nzz.ch/aktuell/startseite/die-essenz-schlechthin-1.17520145

Kategorien:Allgemein, Presse

Doppelung und Koppelung von Orten. Ortspezifik

Ursprünglich wollte ich mich genauer mit dem Maybe-Education-Konzept auseinandersetzen. Vor Ort fand ich die Ortspezifik der Einzelwerke so stark und spannend, sodass ich mich nun darauf konzentrierte.
Die Documenta 13 ist die bisher größte Documenta, die es je gab. In der ganzen Stadt wurden Räume, Orte und Häuser gefunden, die nun Teil der Documenta sind. Diese öffentlichen Orte werden im Kontext zu den Werken zu Ausstellungsflächen. Viele Arbeiten wurden speziell für die Documenta in Auftrag gegeben. So hatten die Künstler Zeit sich mit der Geschichte Kassels und den Orten im Einzelnen auseinanderzusetzen. Einige von den Werken entstanden auch direkt vor Ort.
Für mich war überraschend, dass manche Werke ohne diesem Ort gar nicht funktionieren könnten, wie zum Beispiel von Janet Cardiff und Georges Bures Miller der Video- Walk. Man wird von einem I-Pod angeleitet durch den Bahnhof zu laufen und sieht auf dem Abspielgerät denselben Ort. Vergangenheit und Gegenwart treffen am gleichen Ort aufeinander. Man stellt Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart her. Mansche Elemente vermischen sich, sodass es zu einer Gleichzeitigkeit des Ortes kommt.
Ebenfalls im alten Bahnhof ist die Arbeit von William Kentridge. Sein Raum mit fünf Projektionen und einer Atmungsmaschine behandelt unter anderem das Thema der Zeit. Es geht um Zeit, Zeitvermessung, Zeitregulierung, Zeitzerlegung, Beschleunigung und um eine immer gleichbleibende Konstante (Atmungsmaschine). Auch um das Industriezeitalter. Ich verbinde mit einem Bahnhof oft Hektik, Aufbruch, Durchreise, Zeitdruck, Verspätung und Warten. Viel Fremdes und Neues, Ankunft und Abfahrt. Der Bahnhof selbst wurde im Industriezeitalter ein immer wichtiger werdender Faktor.
Im Fridericianum, im ältesten Museum Deutschlands, einem der Hauptgebäude auf dem Friedrichsplatz befindet sich im Erdgeschoss der White Cube. Der Wind weht von der Decke auf den Besucher, es ist wie ein frischer Wind. In der Rotunde ist das Brain von Carolyn Christov-Bakargiev. Durch ihre Sammlung wurde die Documenta für mich verständlicher. Die Kunstwerke sind autonom, harmonisieren aber miteinander im Ganzen.
Das Huggenotten-Haus, ein Abrissgebäude und Teil des Grand Hotels behandelt die Thematik des Recycling, die Vernetzung von Dingen aus Chicago nach Kassel und den dort vorgefunden „Müll“ aus Kassel. Im Gegenzug werden Gegenstände wieder mit nach Chicago aus Kassel mitgenommen. Vergänglichkeit und gleichzeitig Erneuerung aus Dingen die bereits existieren in einem Haus, das zum Abriss bereit steht.
Ein weiterer Ausstellungsort befindet sich im Obergeschoss des C& A. Das Kaufhaus, voller Waren, Überfluss und eine Scheinwelt des glücklichen Konsumierens steht der Arbeit von Cevdet Erek mit „Rhytmen“ gegenüber. Ein weißer fast leerer Raum mit Beat, in dem täglich während der Documenta ein Fenster abgehängt wird.
Das Schafott in Karlsaue steht genau auf der Machtline des Parks hin zur Orangerie. Ebenso der riesige Erdhügel von Dong Song. Dadurch wird die freie Sicht gestört und es müssen Umwege gegangen werden.
Die Documenta 13 ist auf der Suche nach neuen Denkansätzen und versucht durch die Aufarbeitung der Geschichte und die Vernetzung der Kunstwerke mit der Vergangenheit des jeweiligen Ortes neue Brücken für die Zukunft zu bauen. Durch die Ortspezifik können manche Werke nur genau an diesem Ort funktionieren. Die Kunst wird flüchtig. Sie wird nicht mehr für die Ewigkeit produziert.
Sandra Zech