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Archive for Mai 2012

dOCUMENTA (13). Eine Ausstellung

Nicht uninteressant finde ich die Plakate, die seit kurzem die dOCUMENTA (13) bewerben: schlichter, monochromer Hintergrund (in verschiedenen, meist pastelligen Farben) und darauf einzig folgender Schriftzug:

„dOCUMENTA (13) EINE KUNSTAUSSTELLUNG IN KASSEL 9/6-16/9-2012“

Dass unsere Exkursion uns nach Kassel führt, dürfte die Wenigsten überraschen; dass uns dort (nur?) „eine“ Ausstellung erwartet und nicht „die“ Ausstellung des Jahres, die vermeintlichst wichtigste und wegweisendste der (Kunst)Welt, das wiederum muss ein wenig verwundern.Understatement oder Gag, sympathisch oder albern? Ist das eine glaubwürdige Selbsteinschätzung der Verantwortlichen? Und wenn ja: sollte das unseren Blick, unsere „Feldforschung“ beeinflussen?

Kategorien:Allgemein, Exkursion, Presse

Documenta-„Peripherie“

Mai 23, 2012 2 Kommentare

Streit um Balkenhol-Skulptur – Documenta stört sich an Kunstwek auf Kirchturm, monopol-Magazin, 09.05.2012

http://www.monopol-magazin.de/artikel/20105391/Documenta-stoert-sich-an-Kunstwerk-auf-Kirchturm.html

Kategorien:Presse

Okwui Enwezor: Contemporary art today – My visions for the Haus der Kunst

Mai 21, 2012 1 Kommentar

…am Mittwoch, 23.5.2012, 19.30, Historische Aula der Akademie der Bildenden Künste München (Altbau, EG)

 

2 Literaturempfehlungen:

Enwezor, Okwui 2002a: Die Black Box, in: Kat. Ausst. Documenta 11_Plattform 5: Ausstellung, Ostfildern-Ruit, S. 42-55.
Enwezor, Okwui 2002b: Kunst als Teil eines umfassenden Systems oder der erweiterte Hozizont des deterritorialisierten Aktionsraums, Kuntforum Int. Bd. 161, Aug-Okt, S. 82-91.

Ein Auswahl interessanter Zitate von Enwezor:

„[…] Kunst sei autonom. Dies jedoch ist heute kaum der Fall. […] nur schwer aufrechtzuerhaltenden Vorstellung von der ewigen Autonomie der Kunst gegenüber allen Bereichen des sozialen und politischen Lebens“ (2002a, 43)

„Um zu begreifen, was die Avantgarde von heute ausmacht, darf man nicht auf dem Gebiet der zeitgenössischen Kunst ansetzen, sondern muss bei Kultur und Politik beginnen, ebenso wie im ökonomischen Bereich, der alle Beziehungen bestimmt, die unter die überwältigende Hegemonie des Kapitals geraten sind.“ (2002a, 45)

„Im Bereich der Kunst beruht das Konzept des Museums und der Kunstgeschichte auf einer ähnlich starren Ideologie, die die Legitimität künstlerischer Autonomie, Kanons und Kennerschaft mit demselben interpretativen Anspruch der Moderne begründet […]. Im Rückblick funktioniert die hierarchische Auffassung über das Kuratieren zeitgenössischer Kunst innerhalb eines ähnlichen Rahmens künstlerischer und kanonischer Integration und Totalisierung, wie er auch zur Begründung des Prinzips der westliche Welt als solcher dient.“ (2002a, 46)

„Mit ihrer Durchquerung von Kontinenten und Städten, Standorten und Disziplinen, Praktiken und Institutionen, Formaten und Öffentlichkeiten will die Documenta11 neue Räume für die kritische Reflexion über die zeitgenössische Situation von Kunst und Kultur eröffnen.“ (2002a, 52)

„Wenn wir begreifen wollen, welchen Beitrag zeitgenössische Kunst und Künstler zur Gestaltung der Zukunft leisten können, dann versteht es sich von selbst […], dass der Horizont der Documenta11 als intellektuelles Forum und als Ausstellungsprojekt neu definiert und erweitert werden musste.“ (2002a, 53)

„[…] dass Zuschauerschaft für alle Formen der Würdigung der visuellen Substanz einer Kunstausstellung entscheidend und grundlegend ist. Zuschauerschaft ist jene Dimension von Subjektivität und Bewusstsein, die das Verhältnis von Macht zum Akt der Wahrnehmung und Bewertung definiert. Zuschauerschaft kann nur in einem demokratischen, offenen System produktiv funktionieren […]“ (2002a, 53)

„Kunst […] in der Lage wäre, für sich selbst einen Raum zu schaffen, von dem aus sie sich auf alle Sphären des sozialen und politischen Lebens kritisch einlassen kann, ohne in deren Mechanismen aufzugehen,“ (2002a, 54)

„In ihrer Komplexität steht die Ausstellung für Schärfe, Präzision, Mut, Vision, Kraft, Freiheit, Mitwirkung, Offenheit und Fantasie der individuellen Statements, indem sie sich Veränderungen öffnet, die durch globale Transformationen herbeigeführt werden.“ (2002a, 54)

„Als diagnostisches Instrumentarium bemüht sich die Ausstellung aktiv, die Beziehungen, Verbindungen und Trennungen zwischen unterschiedlichen Realtitäten in Szene zu setzen, zwischen Künstlern, Institutionen, Disziplinen, Genres, Generationen, Prozessen, Formen, Medien und Aktivitäten sowie zwischen Identität und Subjektivierung. Gegen die vermeintliche Reinheit und Autonomie des Kunstobjekts setzt die vielfach vernetzte Ausstellung einen neuen Begriff von Moderne, der auf den Ideen von Transkulturalität und Exterritoralität basiert.“ (2002a, 55)

Erste Künstlerliste und erste Einschätzungen

Mai 18, 2012 2 Kommentare

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Exkursion

Mai 15, 2012 1 Kommentar

Unsere Reisedaten:

München – Kassel Wilhelmshöhe, 9.6.2012, ab 8:16 München Hbf, Gleis 18, ICE 882, Wagen 6, Platz 11-15, 17, 31-38, 41-48, 51, an 11:34

Kassel Wilhelmshöhe – München, 11.6.2012, ab 20:26 Wilhelmshöhe, Gleis 1, ICE 885, Wagen 6, Platz 21-25, 17-28, 31-38, 41-48, an 23:43

Unsere Unterkunft:

Haus St. Michael, Bildungshaus der Diözese Fulda in Kassel

Ludwig-Mond-Str. 127, 34121 Kassel, Tel.: 0561/23123

http://haus-st-michael-kassel.de/

info@haus-st-michael-kassel.de

Vom ICE-Bahnhof Kassel Wilhelmshöhe mit den Straßenbahnlinien 1, 3 oder 7 drei  Stationen in Richtung Innenstadt bis zur Haltestelle Kirchweg. Dort in die Buslinie 25 in Richtung Lindenberg umsteigen und drei Stationen bis zur Haltestelle Sternbergstraße, die sich weniger als 100 Meter vom Haus entfernt befindet.

Seminar Variablen von Kunst

Mittwoch, 14 bis 16 Uhr
Beginn: 18.4.2012
Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Kunstgeschichte, Zentnerstr. 31, Raum 007

1994 prägt Thomas Wulffen den Terminus des an computerterminologische und -systematisierende Überlegungen orientierten „Betriebssystem Kunst“ und fordert auf, zeitgenössische Kunst als ein System zu verstehen, das spezifische Strukturen ausgebildet hat, besondere Prozesse kennt und bestimmten Regeln gehorcht. Knapp 20 Jahre zuvor verfasst Brian O’Doherty mit seiner Essay-Serie zum White Cube eine differenztheoretische und bereits systemisch angelegte Funktionsanalyse, die den Kontext zum Text macht („context becomes content“). 1964 veröffentlicht Arthur C. Danto seine be- und geachteten Darlegungen zur „Artworld“: „an atmosphere of art theory, a knowledge of the history of art“.

Diese institutionsanalytischen Ansätze sollen im Seminar mit künstlerischen Arbeiten der ersten und zweiten Generation der Institutional Critique in den 70er und 90er Jahren, mit historischen Vorläufern einer Kunstbetriebsforschung sowie mit jüngsten Forderungen nach eher kulturell und politisch ausgerichteter Institutionskritik in Verbindung gebracht werden. Dabei ist insbesondere Okwui Enwezors Einbettung der zeitgenössischen Kunst in soziokulturelle und politisch-historische Dimensionen in seiner Black-Box-Analyse von 2002 zu beachten.

Ziel der Veranstaltung ist, auf der Suche nach benennbaren Spielregeln des Kunstsystems und im Rückgriff auf systemorientierte, empirisierte und pragmatisierte Wahrnehmungs- und Beschreibungsangebote Konstituenten des Kunstsystems als Sozialsystem zu extrahieren sowie deren Definitionsmächte zu prüfen, um uns in der Folge wenn möglich denjenigen Entscheidungsprozessen anzunähern, die temporär festlegen, was als relevant anerkannt wird und was nicht.

Die dOCUMENTA (13) soll uns im Rahmen einer Exkursion als zu analysierendes Fallbeispiel des Kunstbetriebs dienen.

Weitere Informationen: http://bkb.eyes2k.net/S2LMU2012.html

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