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dOCUMENTA 13 Exkursion: Die Suche nach den Blockbustern

Forschungsgegenstand bzw. Fokusverschiebung
Mein ursprünglicher Ansatz bzw. selbstgestellte Aufgabe war es, dass Kunstwerk zu finden, was die meisten Journalisten und letztendlich vielleicht auch die meisten Besucher, dann bedingt durch die Berichterstattung der Presse, anzog. Diesbezüglich möchte ich mich auf die dOCUMENTA 13 beziehen, wobei auch andere „Kunstevents“ wie Biennalen oder Groß- und Gruppenausstellungen dafür geeignet wären.
Dafür befragte ich das Aussichtspersonal an den unterschiedlichen Räumlichkeiten der dOCUMENTA. Insgesamt waren es pro Tag zwischen 3 und 4 Menschen. Davon waren 11 Frauen und 2 Männer. Ein Mitarbeiter enthielt sich jeder Auskunft und verwies mich an die zuständige Presseabteilung.
Meine Fragen lauteten: Was nach Ihrem persönlichen Eindruck das Kunstwerk der dOCUMENTA sei, was die Besucher am begeistertsten wahrnehmen würden?
In einem weiteren Schritt fragte ich, auf welche Gebäude sich die Journalisten während der sog. Expertentage fokussiert haben.
Ergebnis:
Die Aussagen des Aufsichtspersonals deckten sich größtenteils mit den Kunstwerken die bereits in den Medien gezeigt wurden. Neben dem Geist in den Karlsauen von Apichatpong Weerasethakul oder den 360 Bildern des chinesischen Künstlers Yan Lei in der dOCUMENTA-Halle wurde z.B. auch das Maschinenschlagzeug von Llyn Foulkes im Fridericianum erwähnt. Während andere Kunstwerke, die eventuell nicht so einfach zugänglich bzw. für die Fotografenlinse fassbar waren, eher weniger erwähnt wurden.
Auswertung:
Während meiner Befragungen interessierte mich immer, wo an welchen Orten das Personal schon gearbeitet hatte. Fast alle Arbeiter haben eine fünf Stunden Schicht und konnten sich im Vorfeld aussuchen, wo sie gerne arbeiten würden (z.B. Karlsaue oder Kulturbahnhof). Faktisch haben die Mitarbeiter noch gar keinen Überblick auf das Verhalten der Besucher geben können, da sie noch in der Anfangsphase ihrer Tätigkeit standen und bis dahin (Montag 1. Juni) vielleicht ein bis zwei Ortswechsel hinter sich hatten. Abgesehen von der sowieso sehr subjektiven Fragestellung, half ich zudem leider manchmal mit etwas subversiven Fragen bzw. Beispielen nach, falls meine Fragen nicht verstanden wurden.
Verbesserungsvorschläge:
Ich würde um zu verwertbaren Ergebnissen zu kommen, die Befragungen nach einem längeren Zeitraum bei mehr Mitarbeitern erneut durchführen. Die qualitative Befragung, die ich durchgeführt habe ist meiner Meinung nach hier nicht aussagekräftig genug. Für eine quantitative Aussage würde ich standardisierte Fragebögen verfassen, in denen die externe Einflussnahme meinerseits etwas gedämpft werden soll, und zudem reflektiert werden soll, unter welchen anderen Einflüssen das Aufsichtspersonal bisher standen (z.B. Austausch mit Kollegen, eigenes Interesse und Vorkenntnisse, usw.). Abschließend würde ich sagen, dass sich aus den Ergebnissen meiner Umfragen kein eindeutiges Ergebnis als
Quintessenz abzeichnen kann, da die richtigen Bedingungen (zeitlichen Abstände) nicht gegeben waren und vielleicht auch die Fragestellung etwas zu oberflächlich und nicht genau genug gestellt war.
Anmerkungen:
Durch meine Stelle als Redaktionsassistentin bei einem Kunstmarktmagazin, interessierte mich auch die Frage wie Medien, im Speziellen Printmedien, die Bilderwahl für die Artikel treffen. Dies geschieht in der Realität, und ich gehe von meinen Erfahrungen in einer relativ kleinen Redaktion zu arbeiten aus, oft schnell und problemlos. Wobei hier die rechtlichen Bestimmungen zur Bildweiterverarbeitung beziehungsweise das Budget einer Redaktion immer eine wichtige Rolle spielen. Die Schritte für die Bilderauswahl sind wie folgt:
Vorschläge der Redaktionsmitarbeiter,
Redaktionsleitung wählt endgültig aus,
Absprache mit zuständigem Mitarbeiter der Bildrecherche,
Überprüfung der Bildrechte: VG-Bild Eintrag des Künstlers bzw. des Fotografen (auch Doppelung möglich),
Budgetgrenzen müssen eingehalten werden, falls diese überschritten wird, muss ein neues Bild, eines nicht in VG-Bild eingetragener Künstlers, gefunden werden.
Was und wer letztendlich in Zeitschriften abgebildet wird, ist demnach immer eine Budgetfrage. Allerdings kenne ich aus dem Arbeitsalltag auch Sätze, wie „das macht nichts her“ oder „das wirkt gedruckt nicht“ zu genüge. Wie und mit welchen Kriterien jedoch Menschen allgemein eine optisch eindrucksvolle Auswahl treffen und durch welche Kriterien diese Auswahl bedingt ist- ist mir bis jetzt unklar. Ist es ein sozialisiertes Ästhetikempfinden oder eine individuelle Neigung, ob wir große, bunte,(Takashi Murakami) vielleicht ja auch glitzernde Sachen (Jeff Koons) ansprechend finden?
Ronja Lotz

Kategorien:Exkursionsdokumente
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